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Rüttgers
hält christliches Menschenbild für überlegen
Die Äußerungen des Christdemokraten Jürgen Rüttgers in der
N24-Talkshow "Studio Friedman"
vom 21.04.2005 haben für Wirbel gesorgt.
Friedman:
Zum gleichberechtigten Respekt aller Kirchen sagt Benedikt
XVI: "Die katholische Kirche ist allen anderen Kirchen überlegen."
Hat er Recht?
Rüttgers: Er sagt, dass das, was er glaubt, und das, was
seine Kirche glaubt, das Richtige ist. Und ich finde, das darf er
auch.
Friedman: Ich sage noch einmal: Die katholische Kirche sei
allen anderen Kirchen überlegen.
Rüttgers: Ich hab das schon verstanden. Er sagt, das ist
das Richtige, und wenn's das Richtige ist, dann muss er zwangsläufig
sagen, dass das andere nicht richtig ist.
Friedman: Und was sagen Sie?
Rüttgers: Ich glaube, dass wir wieder lernen müssen, dazu
zu stehen, dass wir wieder etwas für wahr und etwas für unwahr
halten. Ich bin Katholik und ich glaube, dass unser christliches
Menschenbild das Richtige ist und nicht vergleichbar ist mit den
anderen Menschenbildern, die es anderswo auf der Welt gibt.
Friedman: Aber wir sprechen von dem Begriff "überlegen".
Ist die katholische Kirche und ihr Menschenbild anderen Religionen
überlegen?
Rüttgers: Ich glaube, dass es das Richtige ist, wenn Sie
wollen auch "überlegen".
Friedman: Was bedeutet das denn eigentlich für einen
Protestanten, einen Juden oder einen Moslem, wenn Sie sagen, die
katholische Religion ist den anderen überlegen?
Rüttgers: Das bedeutet, dass er von seiner genauso überzeugt
sein kann und dass man auf der Basis dann anfängt miteinander zu
reden.
Quelle:
SPIEGEL Online |
Kinder
statt Inder
(1999/2000)
Nicht
ohne Grund wird derzeit von Europas Demokraten gegen die ausländerfeindlichen
Ausfälle Haiders in Österreich protestiert, gegen die
Beteiligung der FPÖ an der Regierung. Die jetzt vom
nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Rüttgers begonnene
Kampagne "Kinder statt Inder" bzw. "Mehr Ausbildung
statt mehr Einwanderung" liegt nahe bei Haiders Methoden. Das
neue Motto knüpft dabei nahtlos an die vorherige Parole ,Kinder
statt Inder' an. Statt Weltoffenheit praktiziert der
einstige ,Zukunftsminister' im Kabinett Kohl klägliche nationale
Borniertheit. Die Sorge vieler Menschen um ihre Arbeitsplätze
wird dabei genutzt, um gegen Ausländer Stimmung zu machen.
Und Rüttgers versucht zu
verstecken, dass gerade er als Kohls "Zukunftsminister"
zuständig war für die Versäumnisse in der Ausbildung im Bereich
der Informations- und Kommunikationstechnologien! Es ist richtig,
dass dies nachgeholt werden muss - und die derzeitige
Bundesregierung tut das auch (siehe "Fakten")! Aber die
derzeit bestehenden Lücken müssen heute, nicht erst in ein paar
Jahren geschlossen werden.
Rüttgers Parole "Kinder statt
Inder" unterscheidet sich nicht von der NPD-Parole
"Arbeit zuerst für Deutsche". Im Gegenteil: sie wirkt
noch schlimmer, weil das Wort "Kinder" noch wesentlich
emotionaler, positiver besetzt ist.
Rüttgers will die ausländerfeindliche
Kampagne seiner hessischen Parteifreunde vom letzten Jahr
wiederholen und erhofft sich damit einen vergleichbaren Wahlsieg.
Dass er damit nicht nur dem
Ansehen Deutschlands, sondern auch dem gerade von der Union so
viel beschworenen "Wirtschaftsstandort" Deutschland
schadet, scheint ihm gleichgültig zu sein.
„Ich
habe nichts zurückzunehmen”
Jürgen Rüttgers, nordrhein-westfälischer
CDU-Vorsitzender zu seiner umstrittenen Aktion
"Kinder statt Inder" auf dem CDU-Landesparteitag
in Köln am 18. März 2000. |
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