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Internationaler Militärgerichtshof Nürnberg:

Die Angeklagten und die Urteile

Angeklagt waren 24 Einzelpersonen und 6 Gruppen und Organisationen:

Hermann Göring
Göring war in der Zeit von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichsführer der SA, General der SS, Mitglied und Präsident des Reichstags, Preußischer Innenminister, Präsident der Preußischen Polizei und Chef der Preußischen Geheimen Staatspolizei, Präsident des Preußischen Staatsrates, Treuhänder des Vierjahresplans, Reichsluftfahrtminister, Präsident des Ministerrates für die Reichsverteidigung, Oberhaupt des Hermann-Göring-Konzerns und designierter Nachfolger Hitlers.
Urteil: Todesurteil, brachte sich vor der Hinrichtung selbst mit Gift um.

Rudolf Hess
Heß war in der Zeit von 1921 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Stellvertreter des Führers, Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Mitglied des Reichstags, Mitglied des Ministerrates für die Reichsverteidigung, designierter Nachfolger des "Führers" nach dem Angeklagten Göring, General der SS und General der SA.
Urteil: lebenslange Haft im Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Setzte dort im August 1987 selbst seinem Leben ein Ende.

Joachim von Ribbentrop
Ribbentrop war in der Zeit von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Mitglied des Reichstags, Außenpolitischer Berater Hitlers, Vertreter der NSDAP in auswärtigen Angelegenheiten, Botschafter in London, Organisator und Leiter der Dienststelle Ribbentrop, Reichsminister für auswärtige Angelegenheiten, Mitglied des politischen Stabes des "Führers" im Hauptquartier und General der SS.
Urteil: Todesurteil, wurde am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Robert Ley
Ley war von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichsleiter, Organisationsleiter der NSDAP, Reichstagsmitglied, Führer der Deutschen Arbeitsfront, General der SA und Mitorganisator des "Zentralaufsichtsamtes für die Wohlfahrt der Fremdarbeiter".
Urteil: brachte sich selbst in seiner Zelle um.

Wilhelm Keitel
Keitel war von 1938 bis 1945: Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, Mitglied des Ministerrates für die Reichsverteidigung und Feldmarschall.
Urteil: Todesurteil

Ernst Kaltenbrunner
Kaltenbrunner war in den Jahren von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, General der SS, Mitglied des Reichstags, General der Polizei, Staatssekretär für Sicherheit in Österreich und Chef der Polizei, Polizeipräsident von Wien, Nieder- und Oberösterreich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes.
Urteil: Todesurteil, am 16. Oktober 1946 vollstreckt.

Alfred Rosenberg
Rosenberg war in den Jahren 1920 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichstagsmitglied, Reichsleiter der NSDAP für Weltanschauung und Außenpolitik, Herausgeber der nationalsozialistischen Zeitung "Völkischer Beobachter" und der "NS-Monatshefte", Leiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, Sonderbeauftragter für die gesamte geistige und weltanschauliche Schulung der NSDAP, Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Organisator des "Einsatzstabes Rosenberg", General der SS und der SA.
Urteil: Todesurteil, wurde am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Hans Frank
Frank war in der Zeit von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, General der SS, Reichstagsmitglied, Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz, Präsident der Internationalen Rechtskammer und der Akademie für deutsches Recht, Chef der Zivilverwaltung von Lodz, Oberster Verwaltungschef der Militärbezirke von Westpreußen, Posen, Lodz und Krakau und Generalgouverneur der besetzten polnischen Gebiete.
Urteil: Todesurteil, hingerichtet am 16. Oktober 46

Wilhelm Frick
Frick war von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichsleiter, General der SS, Reichstagsmitglied, Reichsinnenminister, Preußischer Minister des Inneren, Reichswahlleiter, Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung, Leiter des Zentralbüros für die Einverleibung des Sudetenlandes, Memel, Danzig, der einverleibten Ostgebiete, Eupen, Malmedy und Moresnet, Leiter des Zentralbüros für das Protektorat Böhmen und Mähren, Generalgouverneur für Unter-Steiermark, Ober-Kärnten, Norwegen, Elsaß-Lothringen und für alle anderen besetzten Gebiete, und Reichsprotektor für Böhmen und Mähren.
Urteil: Todesurteil, hingerichtet am 16. Oktober 46

Julius Streicher
Streicher war von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Mitglied des Reichstags, General in der SA, Gauleiter von Franken, Hauptschriftleiter des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer".
Urteil: Todesurteil, vollstreckt am 16. Oktober 1946

Walther Funk
Funk war in den Jahren von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Hitlers Wirtschaftsberater, Reichstagsmitglied, Pressechef der Reichsregierung, Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Reichswirtschaftsminister, Preußischer Wirtschaftsminister, Präsident der Deutschen Reichsbank, Wirtschaftsbevollmächtigter und Mitglied des Ministerrates für die Reichsverteidigung.
Urteil: lebenslanges Zuchthaus, wurde 1957 aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen und verstarb 1960.

Hjalmar Schacht
Schacht war in den Jahren von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Mitglied des Reichstags, Reichswirtschaftsminister, Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Präsident der Deutschen Reichsbank.
Urteil: Freispruch im Nürnberger Prozess. 1947 Verurteilung zu 8 Jahren Arbeitslager, dieses Urteil wurde in der Berufung aufgehoben. Er verstarb 1970.

Karl Dönitz
Dönitz war von 1932 bis 1945: Befehlshaber der U-Boot-Flottille Weddingen, Befehlshaber der U-Boot-Waffe, Vizeadmiral, Großadmiral und oberster Befehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Hitlers Ratgeber und dessen Nachfolger als Haupt der deutschen Regierung.
Urteil: 10 Jahre Gefängnis, 1980 verstorben.

Erich Raeder
Raeder war von 1928 bis 1945: Oberster Befehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Generaladmiral, Großadmiral und Admiralinspekteur der deutschen Kriegsmarine.
Urteil: lebenslange Haft in Spandau. Wurde 1955 vorzeitig entlassen und verstarb 1960.

Baldur von Schirach
Schirach war von 1924 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Mitglied des Reichstags, Reichsjugendführer beim Stab der Obersten SA-Führung, Reichsleiter in der NSDAP für Jugenderziehung, Leiter der Hitler-Jugend, Reichsverteidigungskommissar, Reichsstatthalter und Gauleiter von Wien.
Urteil: verurteilt zu 20 Jahren Haft, 1974 verstorben.

Fritz Sauckel
Sauckel war in den Jahren 1921 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Gauleiter und Reichsstatthalter von Thüringen, Mitglied des Reichstags, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz innerhalb des Vierjahresplanes, zusammen mit dem Angeklagten Ley Leiter der "Reichsdienststelle für die Fürsorge der Fremdarbeiter", General der SS und General der SA.
Urteil: Todesurteil, am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Alfred Jodl
Jodl war von 1932 bis 1945: Oberstleutnant in der Operationsabteilung der Wehrmacht, Oberst, Chef der Operationsabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalmajor, Chef des Wehrmachtführungsstabes und Generalleutnant.
Urteil: Todesurteil, wurde am 16. Oktober 1946 gehängt.

Martin Bormann
Bormann war in der Zeit von 1925 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichstagsmitglied, Mitglied des Stabes der Obersten Leitung der SA, Gründer und Leiter der Hilfskasse der NSDAP, Stabsleiter des "Führer"-Stellvertreters Heß, Leiter des Parteigerichts, Sekretär des "Führers", Mitglied des Ministerrats für die Reichsverteidigung, Organisator und Leiter des Volkssturms, General der SS und General der SA.
Urteil: Wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Am 7.12.72 endete die weltweite Suche nach Bormann - seine Leiche wurde in Berlin gefunden, er hatte sich bei Kriegsende selbst umgebracht.

Franz von Papen
Papen war in den Jahren zwischen 1932 und 1945: Mitglied der NSDAP, Mitglied des Reichstags, Reichskanzler, Vizekanzler, Spezial-Bevollmächtigter für die Saar, Unterhändler für das Konkordat mit dem Vatikan, Botschafter in Wien und Botschafter in der Türkei.
Urteil: vom Militärgerichtshof freigesprochen. Er wurde aber 1949 von einem deutschen Gericht zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt, die aber durch vorherige Haft als verbüßt galten.

Arthur Seyß-Inquart
Seyß-Inquart war von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, General der SS, Staatsrat in Österreich, Innenminister und Minister für Sicherheit in Österreich, Bundeskanzler von Österreich, Mitglied des Reichstags, Reichsminister ohne Portefeuille, Chef der Zivilverwaltung in Südpolen, stellvertretender Generalgouverneur der besetzten polnischen Gebiete und Reichskommissar für die besetzten Niederlande.
Urteil: Todesurteil, am 16. Oktober 1946 vollstreckt.

Abert Speer
Speer war in den Jahren von 1932 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Reichsleiter, Mitglied des Reichstags, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Leiter der "Organisation Todt", Generalbevollmächtigter für Bewaffnung in der Reichsstelle für den Vierjahresplan und Vorsitzender des Rüstungsrates.
Urteil: verurteilt zu 20 Jahren Gefängnis in Spandau. Wurde nach Verbüßung der Strafe 1966 entlassen und verstarb 1981.

Konstantin Freiherr von Neurath
Neurath war zwischen 1932 und 1945: Mitglied der NSDAP, General der SS, Mitglied des Reichstags, Reichsminister, Reichsaußenminister, Reichsprotektor für Böhmen und Mähren.
Urteil: 15 Jahre Haft im Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Er wurde im November 1954 vorzeitig entlassen und verstarb 1956

Hans Fritzsche
Fritzsche war von 1933 bis 1945: Mitglied der NSDAP, Hauptschriftleiter des offiziellen deutschen Nachrichtenbüros, Chef des Rundfunksystems und der Presseabteilung des Reichsministers für Propaganda; Ministerialdirektor im Reichspropagandaministerium, Chef der Rundfunkabteilung der Propagandaabteilung der Nazi-Partei und Bevollmächtigter für die politische Organisation des Großdeutschen Rundfunks.
Urteil: im Nürnberger Prozess Freispruch, 1947 Verurteilung zu 9 Jahren Zwangsarbeit, wurde aber bereits 1950 entlassen. 1953 verstorben.

Gustav Krupp von Bohlen und Halbach
Krupp war zwischen 1932 und 1945: Leiter der Friedrich-Krupp-AG, Mitglied des Generalwirtschaftsrates, Präsident der Reichsvereinigung der Deutschen Industrie, Leiter der Gruppe für Kohle, Eisen und Metallprodukte unter dem Reichswirtschaftsministerium.
Das Verfahren wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten ausgesetzt.

 

Neben den einzelnen Angeklagten umfasste die Anklageschrift acht "Gruppen und Organisationen": die SS, SA, den "Generalstab und das Oberkommando der Wehrmacht", das "Reichskabinett", die Reichsregierung, das "Führerkorps" der NSDAP und "Gestapo und SD" und dass "Chor der politischen Leiter". Vier Organisationen wurden für verbrecherisch erklärt: SS, SD, Gestapo und das Führerchor der NSDAP.

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Julius Streicher

Streicher - am 12. Februar 1885 in Fleinhausen bei Augsburg als Sohn eines Volksschullehrers geboren - war selbst ebenfalls Volksschullehrer. Die von ihm 1919 mitgegründete nationalistisch-antisemitische Deutsch-Soziale Partei führte er geschlossen 1921 der NSDAP zu. 1925 wurde er Gauleiter in Franken. Aus dem Schuldienst war er entlassen worden. Die Gründe: Teilnahme am Putsch vom 9. November 1923 und seine Ausfälle gegen die Weimarer Republik.
1924 zog Streicher als NSDAP-Abgeordneter in den bayerischen Landtag ein. Finanzielle Sorgen kannte er nicht. Er hatte nämlich 1923 die Zeitschrift "Der Stürmer" gegründet. Sie erschien wöchentlich auf billigem Papier, brachte primitive Karikaturen von Juden, abstoßende Fotos, Ritualmord-Geschichten im Holzhacker-Stil und in jeder Ausgabe pornografische Bilder und zotige Texte. Die Auflage stieg langsam, aber kontinuierlich.
Adolf Hitler fand das Hetzblatt ausgezeichnet, "er lese es von der ersten bis zur letzten Zeile". 1933 wurde Streicher zum Leiter des "Zentralkomitees zur Abwehr jüdischer Greuel- und Boykotthetze" ernannt, er bekam ein Mandat als Reichstagsabgeordneter und wurde zum SA-Gruppenführer befördert.
Nebenbei stieg Streicher in immer lukrativere Geschäfte ein: 1939 besaß er bereits zehn Zeitungen. Er ließ Juden enteignen und ihre Häuser und Geschäfte zu einem Bruchteil ihres Wertes an seine Freunde veräußern. Diese und andere zweifelahfte Geschäfte, seine weithin bekannten sexuellen Ausschreitungen und ein mitunter psychopathisches Verhalten sprachen sich herum. Als er über andere NS-Führer herzog, etwa über Göring, und Gerüchte verbreitete, wurde er schließlich 1940 seiner Parteiämter enthoben und mit Redeverbot belegt. Seinen "Stürmer" durfte er- auf Hitlers Veranlassung - weiterführen; er erschien noch bis ins Jahr 1945 hinein.
Vor dem Nürnberger Tribunal präsentierte sich der fanatische Antisemit ohne jedes Unrechtsbewußtsein und von seinen Ansichten mit geradezu religiöser Inbrunst durchdrungen. Von den Judenmorden wollte er erst in der Gefangenschaft erfahren haben; seine Tätigkeit sei stets nur die Aufklärung gewesen, behauptete er.
Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilte ihn das Gericht zum Tode. Als in die Zelle am 15. Oktober 1946 die Geräusche der Handwerker drangen, die den Galgen zimmerten, sagte Streicher zum Gefängnisfriseur: "Ich werde mutig die Stufen hochgehen. Meine letzten Worte stehen schon fest 'Euch hängen die Bolschewisten' und 'Heil Hitler'". Als dann seine Stunde kam, mußte er mit Gewalt halbbekleidet zum Galgen geschleift werden.

Quelle: Der Nürnberger Prozess, Dokumentation - Bilder - Zeittafel

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Verantwortlich:
Rüdiger Löster
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