|
|
|
|
|
zum Thema
"Ehrenbürgerschaft der Stadt Nürnberg für Karl Diehl"
Offener Brief von Daniel Jacoby und Dani Karavan
Der Oberbürgermeister hat uns damals erklärt, er wolle, dass Nürnberg eine neue Seite aufschlage, sein Image ändere und eine Führungsrolle im Bereich der Menschenrechte übernehme. In der Hoffnung darauf haben wir zugestimmt, allerdings nicht ohne zu zögern. Die Schaffung eines Menschenrechtspreises wurde also zum Zeitpunkt der Einweihung der Straße der Menschenrechte als Antwort auf die öffentliche Verkündung der Rassengesetze in Nürnberg im Jahre 1935 angekündigt. Wir waren unter diesen Umständen
bestürzt, dass die Stadt Nürnberg 1997 den Titel eines Ehrenbürgers
an Herrn Karl Diehl verlieh – was wir kurze Zeit nach der Verleihung
des Menschenrechts an die Herren K. Wie kann man die Menschenrechte ehren wollen und dabei einen Komplizen der Verletzungen einiger dieser Rechte auszeichnen? Da wir von der Jury, der wir angehören, zurücktreten wollten, hat uns die Stadt Nürnberg erklärt, dass Herr Professor Benz beauftragt worden sei, einen Bericht über die Aktivitäten von Herrn Diehl während des Zweiten Weltkriegs zu erstellen. Wir haben deshalb zugestimmt, unsere Entscheidung zu verschieben, bis der Bericht veröffentlicht wird. Dieser Bericht ist der Familie Diehl Ende Juli übergeben worden, aber die Familie Diehl hat es abgelehnt, ihn vollständig zu veröffentlichen, vielleicht um dessen Inhalt zu verbergen. Wir haben dennoch beschlossen,
unsere Mitarbeit in der Jury des Internationalen Menschenrechtspreises
fortzusetzen, da uns die sehr zahlreichen Briefe, die uns von Nürnberger
Bürgern, aktiven Verfechtern der Menschenrechte und offiziellen
kirchlichen Stellen zugesandt wurden, beeindruckt haben. Wir halten
jedoch daran fest, dass wir die Auszeichnung von Herrn K. |
|
Verantwortlich: |